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hecate

Hecate

Hier sollte eigentlich ein schlauer, bedeutungsschwerer Spruch über die Weisheit des Lesens stehen, richtig?

Ich wollte lieber einen Witz reißen, aber mir fällt keiner ein. 

Einfach gut

HALF BAD - Das Dunkle in mir: Band 1 - Sally Green

Nathans Mutter war eine Weiße Hexe - sein Vater Marcus ist der meistgehasste Schwarze Hexer Großbritanniens. Ein Massenmörder, grausam, böse - und Nathan wird deshalb sein Leben lang beobachtet, diskriminiert und mit größtem Misstrauen behandelt. Weil er zur Hälfte ein Schwarzer Hexer ist. Der Rat der Weißen Hexen hat ein Ziel: Er will Nathan als Köder einsetzen, um Marcus zur Strecke zu bringen.

Nathan möchte seinen Vater aber nicht töten - er will niemanden töten und mit den skrupellosen Machenschaften des Rates nichts zu tun haben.

Er muss fliehen, um dem Einfluss des Rates zu entkommen - aber wohin soll er gehen? Soll er sich den Schwarzen Hexen anschließen und somit alle Vorurteile bestätigen, die sein Leben seit jeher überschatten?

Aber sind die Weißen Hexen wirklich so viel besser als die Schwarzen?

 

Ich habe das Buch gekauft, weil das Cover mir sehr zusagte und die Handlung interessant klang. Ich ging in der Erwartung heran, dass es entweder sehr gut sein müsste, oder sehr schlecht.

Die Idee ist nichts Neues, und Sally Green erfindet in ihrem Buch auch das Rad nicht neu.

Aber sie setzt die Idee gut um. Half Bad ist spannend, obwohl übe weite Strecken nicht viel passiert. Nathan ist ein zutiefst sympathischer Protagonist, mit dem ich vollkommen mitfühlen konnte. Was er bereits als Kind durchmachen muss, machte mich wütend.

Allein für seine Abstammung als "Halbcode" (halb schwarz, halb weiß) wird ihm ein Stempel aufgedrückt und streckenweise wird er geradezu gezwungen, diesem Stigma gerecht zu werden, wenn er überleben will.

Es machte durchweg Spaß, das Buch zu lesen. Gelegentlich gab es etwas zu lachen oder zu schmunzeln, manchmal trieb es mir sogar Tränen in die Augen.

Die Frage, ob Weiß=gut und Schwarz=böse ist, zieht sich durch das ganze Buch. Die Weißen Hexen, die "Guten", tun Nathan Dinge an, die nicht als "gut" zu bezeichnen und durch nichts zu rechtfertigen sind. Umgekehrt gibt es so gut wie keine Beweise dafür, dass Schwarze Hexen wirklich so böse sind, wie behauptet wird ...

Einziger Wermutstropfen ist Annalise, die Weiße Hexe, in die Nathan sich verliebt. Auf diese Beziehung hätte ich gut und gerne verzichten können.

Nichtsdestotrotz bin ich gespannt auf den zweiten Band der Trilogie und vergebe positive vier Sterne mit der Aussicht, in Band 2 und 3 mit der Bewertung noch hochzugehen.