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hecate

Hecate

Hier sollte eigentlich ein schlauer, bedeutungsschwerer Spruch über die Weisheit des Lesens stehen, richtig?

Ich wollte lieber einen Witz reißen, aber mir fällt keiner ein. 

Ein gutes Buch - und trotzdem ...

Himmelsfern - Jennifer Benkau

Ein Buch dieses Genres hat es mittlerweile schwer.

 

Junges Mädchen verliebt sich in ein übernatürliches Wesen, das aus irgendeinem mehr oder weniger nachvollziehbaren Grund gefährlich für sie ist.

 

Das ist nichts Neues und seit Twilight sowieso nicht mehr.

 

Nichtsdestotrotz gibt es in der riesigen Auswahl Bücher, die Ausnahmen darstellen, die trotz der durchgekauten Idee noch originell sind.

 

Ist dies bei Himmelsfern der Fall?

 

Jein.

 

Es ist definitiv ein gutes Buch - wer das Genre mag, ist hier gut bedient und wer sich da noch nicht sicher ist, für den ist es ein guter Einstieg.

 

Aber das absolut Besondere fehlt. Es sticht nicht überdeutlich zwischen anderen Werken heraus.

 

Ich hatte Spaß am Lesen, aber der Funke sprang nicht wirklich über. Ich habe eigentlich keinen Lieblingscharakter, konnte bei Charaktertoden nicht wirklich weinen und habe es nach der letzten Seite ins Regal gestellt, ohne dass es mich noch weiter beschäftigt hätte.

 

Woran das liegt, kann ich nicht mit Sicherheit sagen.

 

Was mich von Anfang an ein wenig störte war die Frage, warum es denn immer etwas "Besonderes" an der Protagonistin geben muss. Das fängt schon beim Namen an - Noa ist ein Name, den ich für ein Mädchen noch nie gehört habe - und steigert sich noch in Noas Hobby, dem Poitanz, das so besonders ist, dass ich vorher noch nie davon gehört hatte.

 

Immerhin verhält sich Noa ansonsten sehr glaubwürdig wie ein Teenager und ist im Großen und Ganzen keine unsympathische Protagonistin.

 

In mancher Hinsicht konnte ich die Handlungen der Figuren - besonders der Gegenseite - nicht nachvollziehen. Sie schienen mir bar jeder Vernunft, jeder logischer Grundlage. Hetzjagden am helllichten Tag, wilde Schießereien in der Öffentlichkeit - und das aus Gründen, die mir bis zum Schluss fadenscheinig bis lächerlich vorkamen.

 

Einen großen Pluspunkt bekommt die Beziehung von Noa und Marlon. Diese ist sehr glaubwürdig dargestellt, mit dem richtigen Maß an Aufregung über die erste Beziehung, sie ist irrational und sie ist nicht einfach. Nicht ohne Zweifel.

 

Mein Fazit daher:

Ein lesenswertes Buch, das mir in vorwiegend positiver Erinnerung geblieben ist, obwohl es mich nicht vollkommen mitreißen konnte.